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Wandertag am 2. Oktober 2012
 
Am 2. Oktober war es wieder mal so weit. Das Wetter war schön! Der erste Wandertag des neuen Schuljahres fand statt. Diese offizielle "Institution" gibt es schon seit vielen Jahren und wird an unserer Schule gerne genutzt, die nähere Umgebung zu erkunden und zu besuchen - ganz im Sinne der obersten Erzieher in unserem Land:
Die Bekanntmachung des Bayerischen Kultusministeriums vom 17. März 1993 sieht in Schülerwanderungen schulische Veranstaltungen, die wie der Unterricht der Bildung und Erziehung im Sinne des Art. 131 BV (s. Infokasten 1) dienen; besonders sollen sie den Gemeinschaftsgeist in der Klasse und das soziale Verhalten der Schüler fördern. (...) Wanderungen sollen die Schüler vor allem mit der näheren Heimat vertraut machen. Ein wesentliches Ziel ist dabei die Erziehung zur Verantwortungsbewusstsein für Natur und Umwelt.
So wanderten einige Klassen durch das Naherholungsgebiet Wagensaß nach Aichazant - Familie Schmidt nahm die hungrigen und durstigen Jugendlichen im dortigen Gasthaus in bewährter Weise geduldig und gastfreundlich auf. Andere erkundeten den Fronberg. Daneben fuhren drei Klassen mit dem Zug nach Neukirchen und wanderten über den Hartenfels und die Osterhöhle zurück nach Sulzbach.
Einige Proteste gab es natürlich wie immer: "Wann sind wir da?" "Wie lange dauert das noch?"
Gemessen an der Strecke des allerersten, historisch belegten Wandertages (s. Infokasten 2), waren unsere Distanzen jedoch zu vernachlässigen. Nach der Überlieferung soll Karl Volkmar Stoy, Pädagogikprofessor in Jena, am 21. August 1853 mit seinen Schülern von Jena zum Großen Inselsberg im Thüringer Wald gewanderte sein. Das sind immerhin 100km, wenn man die kürzeste Verbindung für diese Strecke annimmt! So weit mussten die Schüler des HCA dann doch nicht wandern und kamen am frühen Nachmittag alle wieder wohlbehalten in der Blumenaustraße an.
Infokasten 1:
Art. 131 der Bayerischen Verfassung
(1) Die Schulen sollen nicht nur Wissen und Können vermitteln, sondern auch Herz und Charakter bilden.
(2) Oberste Bildungsziele sind Ehrfurcht vor Gott, Achtung vor religiöser Überzeugung und vor der Würde des Menschen, Selbstbeherrschung, Verantwortungsgefühl und Verantwortungsfreudigkeit, Hilfsbereitschaft, Aufgeschlossenheit für alles Wahre, Gute und Schöne und Verantwortungsbewußtsein für Natur und Umwelt.
(3) Die Schüler sind im Geiste der Demokratie, in der Liebe zur bayerischen Heimat und zum deutschen Volk und im Sinne der Völkerversöhnung zu erziehen.

Infokasten 2:
An das Ereignis des ersten Wandertags erinnert heute ein Gedenkstein auf dem Großen Inselsberg, der am historischen Rennsteig in Thüringen liegt. Der Reformpädagoge Stoy war demnach seiner Zeit voraus. Er wollte Schule ganzheitlich verstehen und setzte seine Idee von Schulausflüge in die Tat um. Mit der Idee Auszubildende in Betrieben begleitend noch in Berufsschulen zu unterrichten, konnte er sich damals noch nicht durchsetzen. Er war aber damit Wegbereiter des heute in Deutschland etablierten "Dualen Systems".

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