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Studienfahrt der angehenden Abiturienten ins Wattenmeer
 
"Wie viel Platz braucht der Mensch zum Schlafen..." ...das waren drängende Fragen, die sich beim ersten Blick ins Schiff gestellt wurden, mit dem die angehenden Abiturienten unserer Schule vom 14.-19.07.2013 in Holland, im Ijssel- und im Wattenmeer unterwegs waren.

Der Platz unter Deck in den Kajüten war sehr knapp. Das war bekannt. Aber dass er so knapp war, das konnte man sich erst vorstellen, als man es sah. Bevor aber ein falscher Eindruck entsteht: Es war auch egal. Denn in den Kajüten hielten sich die Teilnehmer des Törns eh nur sehr selten auf. Und wenn, dann hatten sie die Augen zu.

Eigentlich ging das Erlebnis ja schon am Samstag beim Aldi am Krötensee los, als die Verpflegung für die Reise eingekauft wurde...
Am Sonntag, den 14.07.2013, ging es früh um 6 Uhr an der Schule los. Ein luxuriöser Kleinbus mit Anhänger eines oberfränkischen Busunternehmens holte uns ab und über 1000 km Fahrt nach Holland lagen vor der Gruppe. Über Frankfurt und das Ruhrgebiet ging die Reise ohne größere Verzögerungen an die Nordsee. Ein erster Stadtbummel durch Harlingen überbrückte die Zeit, bis zum An-Bord-Gehen und der Einweisung in Knoten, Wind und Segelkurs, da der Bus viel zu früh angekommen war.
Die erlebnispädagogische Studienreise unter der Leitung von L. Steiner und U. Markert fand auf einem Schiff statt, das speziell für Gruppen ausgebaut und eingerichtet ist. Unter der Obhut eines Skippers mit Matrosen, fahren seit Anfang der siebziger Jahre diese ursprünglichen Frachtschiffe, komfortabel umgebaut, voller Stolz auf holländischen Gewässern. So konnten die Schüler, neben dem Lernen, Sehen und Erfahren von neuem Wissen über Land und Leute, sich auch in unterschiedlichsten Situationen kennen lernen, das Segeln und Steuern ausprobieren, baden, kochen und miteinander fast eine Woche verbringen - und sie mussten mit anpacken: Segel ausrollen, hochziehen, umsetzen, herunter lassen und am Abend wieder verstauen. Fender in Schleusen und im Hafen anbringen und einholen. Koch- und Küchendienst, Einkaufen und Müll wegtragen. Es gab an Bord immer etwas zu tun.
Ausführlich konnten sie das Gefühl von Wasser und die Kraft des Windes auf dem Ijssel- oder Wattenmeer erleben. Die Route, die das Schiff nahm, ging von Harlingen im Norden der Niederlande zunächst auf´s Wasser. Ziel der ersten Fahrt war die Sandbank "Richel". Der Anker wurde geworfen und ein wenig später lag das Boot auf dem Trockenen. Es war "Trocken gefallen". Man befand sich im riesigen Naturschutzgebiet "Waddenmeer", seit 2009 UNESCO-Weltnaturerbe. Wir besuchten auf der kahlen Sandbank die Vogelbeobachtungsstation und bekamen einen Eindruck von dieser Insel, die unzähligen Vögeln Rastplatz und Nahrung bietet auf ihrer Reise von Sibirien nach Afrika und zurück, erhielten beim Vortrag des Voluteers eine Einstimmung der vielfältigen Probleme, die beim Zusammentreffen von Mensch und Natur, Technik und Ursprünglichkeit entstehen können.
Nach einer Nacht auf See ging es nach Terschelling, eine der größeren friesischen Inseln. Dort erradelte die Gruppe mit geliehenen Fahrräder, die nicht ohne Tücken waren, die Insel. Berge, wie in der Oberpfalz, gab es nicht. Dafür aber Gegenwind. Von dem konnten wir uns am weiten, weißen Strand der Westküste erholen. Auch hier war unübersehbar, dass die Insel vom Tourismus lebt, mit Naturschutz kämpft und die Ursprünglichkeit bewahren will. Acker- und Weideflächen, Siedlungen und Straßen werden überall mit mächtigen Deichen geschützt, damit die See sich nicht zurückholt, was der Mensch ihr abgerungen hat.
Weitere Station des Segeltörns waren der großen Abschlussdeich. 32 km lang und 90 Meter breiter Beton trennen das Ijsselmeer von der Nordsee und haben einen nicht unerheblichen Anteil am Hochwasserschutzkonzept der Niederlande. Als unser Zweimaster die Schleuse passierte, wurde der Autoverkehr auf der vierspurigen Autobahn angehalten und die Brücke beiseite geschwenkt. Wir legten in Breezanddijk, einem von zwei künstlichen Nothäfen am Deich, an. Hier war ein geeigneter Platz, um am Lagerfeuer das nahe Ende der Studienreise zu würdigen.
Beim Segeln und an den gemeinsam gestalteten Abenden bot sich die Gelegenheit, die Teilnehmer in einer besonderen Umgebung zu erleben, Beziehungen zu festigen, auszubauen oder neue Kontakte zu knüpfen. Durch die räumliche Begrenztheit und nicht unendlich zur Verfügung stehenden Wasser und Strom wurde ihr Blick auf die wirklich wichtigen Dinge im Leben gelenkt. Ziel der Freizeit war die Förderung der sozialen Kompetenz und die Stärkung der Persönlichkeit, die im Respekt vor anderen konkret wird. Das ist ein zutiefst christlicher Wert, der das Zusammenleben auf Schiff prägte.
U. Markert
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