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HCA-Schüler bei Kaiser Ludwig dem Bayern
 
"Ludwig der Bayer - Wir sind Kaiser!", so lautete der Titel der gerade erst zu Ende gegangenen Bayerischen Landesausstellung im Historischen Museum Regensburg, die die siebten Klassen des HCA-Gymnasiums im Oktober besuchten, um das Mittelalter in den altehrwürdigen Mauern der Minoritenkirche hautnah zu erleben.

Die Fachwelt hat mit Lob für diese Ausstellung nicht gegeizt - und das zu Recht, wie man eindrucksvoll erfahren konnte. Vorbei scheint die Zeit, in der Ausstellungen aus einer langen Reihe von Vitrinen mit Exponaten und Darstellungstexten bestanden. Ein alle Sinne ansprechender Zugang zusammen mit sehr engagierten jungen Führern trifft den Geschmack der Jugendlichen entschieden besser. So freuten sich die Schülerinnen und Schüler nicht nur über zahlreiche "Mitmachstationen", an denen man Schriftstücke entdeckend lesen, Dokumente sigeln oder Prachturkunden gestalten konnte, sondern auch über die sachkundigen Informationen von jungen Geschichtsstudenten, die diese altersgerecht präsentierten. - Und dass die Anprobe eines Ritterhelms für Begeisterung sorgte, versteht sich von selbst.

Besonders hervorzuheben gilt es, dass die Planer der Ausstellung einen ungewöhnlichen, gleichwohl für Jugendliche sehr eingängigen Weg der Darstellung des Lebens des wittelsbacher Kaisers nutzten. So war die Ausstellung ähnlich den "Leveln" eines Computerspiels angeordnet, die die verschiedenen Phasen der Auseinandersetzungen, die Ludwig der Bayer zeitlebens zu bestreiten hatte, steigernd aufzeigten. Gerade mittels dieses Weges gelang es, den Schülern zu verdeutlichen, dass steigender Machtanspruch auch immer Gegenkräfte auf den Plan ruft, welche es zu überwinden oder zu besiegen gilt. Für Ludwig den Bayern wurden diese Kräfte zu seinem Lebensende hin zu groß, und so endeten die abwechslungsreichen Führungen mit einem ernüchternden "Game Over" und einer guten Gelegenheit zur Revision des Mittelalterbildes, das viele Schüler vermittelt durch Spiele, das Fernsehen, selbst durch Märchen, haben. Unbeschränkte Herrschaft gab es in der Geschichte selten, das Wort des Königs war gerade im Mittelalter nicht zwangsläufig Gesetz, die Fähigkeit zu Kompromiss und Kooperation dagegen umso wichtiger. Ludwig, dem einzig wirklich bedeutenden bayerischen König des Heiligen Römischen Reiches, stand seine Persönlichkeit letztlich zu sehr im Wege, um diese notwendigen Fähigkeiten aufzubringen. Gerade durch die Einsicht seines Scheiterns leistete die kleine Exkursion hoffentlich auch ihren Beitrag, nicht nur für die Schule, sondern für das Leben zu lernen.

DZ
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