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Vergangenheitsbewältigung im Kino
 
Passend zum Unterrichtsthema „Die Deutschen und der Holocaust“, das im zweiten Kurshalbjahr in Geschichte zu behandeln ist, unternimmt die gesamte Q11 am 23.12.2014 einen Kinobesuch im LuLi in Sulzbach–Rosenberg.

Gezeigt wird der mit dem Prädikat „besonders wertvoll“ versehene Film „Im Labyrinth des Schweigens“. Darin kämpft ein junger Staatsanwalt in den 1950er Jahren gegen das Verdrängen, Vergessen und Vertuschen im Umgang mit den Untaten des nationalsozialistischen Regimes. Gegen den Willen seiner Vorgesetzten beschäftigt er sich mit dem Fall eines Auschwitz-Überlebenden, der in einem Gymnasiallehrer seinen ehemaligen KZ-Aufseher erkannt hat. In der Wirtschaftswunderzeit der Nachkriegszeit will man aber nach vorne blicken und beschäftigt sich lieber mit Konsum, Petticoat und Rock’n’ Roll, weshalb der engagierte Staatsanwalt bei seinen Ermittlungen auf eine Mauer des Schweigens und eine Welle von Ablehnung stößt. Lediglich der Generalstaatsanwalt unterstützt ihn auf dem Weg zum ersten Auschwitz-Prozess in der Bundesrepublik Deutschland.

Die Story ist zwar fiktiv, spielt aber vor historisch wahrem Hintergrund und zeigt, dass die Gräueltaten in den Vernichtungslagern auch von „ganz normalen Menschen“ begangen wurden, nicht nur von einigen wenigen „NS-Monstern“ oder nur von prominenten Nazi-Funktionären.

Verdrängungsmechanismen und Wahrheitssuche werden im Film unter der Regie von Giulio Ricciarelli eindrucksvoll inszeniert. Es wurden nicht einfach Gerichtsprotokolle verfilmt, sondern der beschwerliche Weg bis zum Beginn des ersten Auschwitz-Prozesses 1963 in Frankfurt wird spannend und problembewusst nachgezeichnet.
(StD Mohr)
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