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"It’s a rather original green" - die SMV des HCA im Interview
 
Die Schülersprecher Tim Winkler (TW), Lisa-Marie Eckert (LME) und Lukas Wagner (LW) trafen sich mit dem Verbindungslehrer der Mittel-/Oberstufe, Tobias Trottmann (Tt), und der Unterstufe, Alexander Voss (Vs) zum Interview.

Vs: Hallo zusammen. Stellt euch doch bitte vor.
TW: Hallo, ich bin Tim Winkler. Ich komme aus Gebenbach, einem kleinen Dorf einige Kilometer östlich von Sulzbach-Rosenberg. Ich bin 17 Jahre alt und meine Hobbies sind Posaune spielen, Judo und Skifahren.
LME: Hallo, ich bin die Lisa, bin 14 Jahre alt und komme aus Gallmünz. Ich tanze gern und fahre gerne Ski.
LW: Mein Name ist Lukas Wagner, ich bin 16 Jahre und komme aus Poppenricht. Ich spiele Querflöte, Saxophon, Traversflöte, Klavier und bin im örtlichen Laufverein.
Lukas Wagner
Lisa-Marie Eckert
Tim Winkler
Tobias Trottmann (Verbindungslehrer Mittel-/Oberstufe) und Alexander Voss (Verbindungslehrer Unterstufe)
Vs: Warum habt ihr euch denn der Wahl zum Schülersprecher gestellt?
TW: Ich möchte die Interessen der Schüler vertreten und meine eloquente Art etwas ausbauen. Auch die Seminare zur SMV-Arbeit sind recht interessant. Dort lernt man wirklich viel, das man dann in der Schule einbringen kann. Vor zwei Wochen war ich erst auf so einem Seminar in Wiesent bei Regensburg. Dort haben sich unter anderem die Schülersprecher verschiedener Schulen über ihre Arbeit ausgetauscht und man konnte sich den Bericht des Landesschülersprechers über die Organisation der Schülersprecher in Bayern und die Arbeit der Landesschülersprecher im Landesschülerrat anhören. Außerdem hat er uns erklärt, wie das bayerische Gymnasium in Zukunft aufgebaut werden soll, u.a. die „Mittelstufe Plus“.

Vs: Hast Du von dort Anregungen mitgenommen?
TW: Ja, wir haben daraufhin sofort eine „Mini-SMV“ gegründet, um eine bessere Mitsprache der Unterstufe im Schulleben zu gewährleisten. Wir haben jetzt auch schon Interessenten gefunden, denen wir aber jetzt erst noch „Angst“ machen, dass SMV eben auch wirklich Arbeit bedeutet. Die restlichen 15 bis 20 Schüler, die dann noch mitmachen wollen, dürften eine wunderbare Basis für eine „Mini-SMV“ am HCA bilden.
LME: Ich bin Schülersprecherin geworden, weil ich den Einsatz von Julia Meidenbauer gesehen habe und das auch gerne mal machen wollte, um mein Verantwortungsbewusstsein zu zeigen und mich in der Schule einzubringen. Außerdem möchte ich die Meinungen der jüngeren Schüler mit einbeziehen, damit nicht immer nur die Meinungen der Älteren gelten.
LW: Ich bin vor allem deswegen Schülersprecher geworden, weil ich es bedauerlich finde, wenn manche Schüler immer wahnsinnig viel an ihrem eigenen Gymnasium zu kritisieren haben, aber sich dann in keinster Weise einbringen, um etwas zu verändern. Da man mit der SMV und als Schülersprecher diese Möglichkeit aber hat, habe ich mich für das Amt beworben. Außerdem gibt es bei uns an der Schule ja auch einige ganz interessante Events, die durch die SMV organisiert werden – und Organisation ist eben eines meiner Steckenpferde.

Vs: „Events“ ist ein gutes Stichwort. Hinsichtlich der Events: Gibt’s da schon erste Vorstellungen, was man vielleicht ändern könnte, was man vielleicht ein bisschen anders angehen will oder was man auch beibehalten möchte?
Tt: Gab‘s dazu auch von den Klassen Anregungen oder Vorschläge?
LW: Von den Klassen kam bisher leider noch keine Rückmeldung, aber das „Open Air“ stand schon in der Diskussion, da es in den letzten Jahren doch recht „lahm“ gelaufen ist und einige Schüler mit relativ geringem Interesse dabei waren. Unsere Überlegung wäre gewesen, das Ganze mehr in Richtung des „Projekt-Tages“ zu entwickeln.

Tt: Wenn wir gerade dabei sind: Der von Frau Steiner initiierte Projekttag – wie fandet ihr den?
TW: Ich war sehr positiv überrascht! Wir waren mit Frau Ostermeier in Amberg und haben uns Orgeln angeschaut. Gerade wenn man sich für Musik interessiert – und nur solche Schüler waren ja dabei – ist das schon sehr gut!
Tt: Ja, viele Themen, die auch mal außerhalb des regulären Unterrichtsgeschehens liegen, machen auch richtig Spaß. Hier kann man auch als Lehrer mal zeigen: „Hey, wir können uns auch mit anderen Sachen beschäftigen – nicht nur mit den Inhalten, die wir studiert haben!“
Vs: Eben! Ein Deutschlehrer kann dann auch mal Geocachen gehen und der Chemiker kann fotografieren etc.
LW: Lehrer haben ja auch viele Interessen außerhalb ihrer Lehrtätigkeit und es macht einfach Spaß, sich dann gemeinsam mit ihnen damit zu beschäftigen! Gerade deshalb habe ich den Projekttag als äußerst positiv wahrgenommen. Auch was ich von anderen Schülern gehört habe, kam der Projekttag gut an!
LME: Ich fand’s auch gut, ich war bei Frau Hahn zum „Tae Bo“, was richtig Spaß gemacht hat und echt anstrengend war.
Vs: Auch in der Klassensprecherversammlung haben wir da sehr positives Feedback erhalten. Jedoch waren sich alle einig, diesen Projekttag nicht auf zwei Tage auszudehnen. Stattdessen sollte man bei dem einen Tag eher die Zeit an die angebotene Aktivität anpassen, da ja die Anforderungen je nach Angebot sehr unterschiedlich ausfallen (Busfahrt zum Kursort, konzentrierte Textarbeit etc.). Was aus dem Schulleben hat euch denn noch so beschäftigt?
LW: Ein Punkt wäre zum Beispiel der „Abend der offenen Tür“ - warum nicht eher ein „Tag der offenen Tür“? Die Viertklässler, die uns dann besuchen, wären aufnahmefähiger und auch die Schüler, die uns und die Schule repräsentieren, wären vermutlich wesentlich engagierter. Abgesehen davon, wann diese „Hausmesse“ stattfindet, ist sie aber meiner Meinung nach für die Schule auch extrem wichtig! Nicht nur weil der demografische Wandel für weniger Schüler sorgt.
Tt: Der „Abend der offenen Tür“ ermöglicht es eben auch einer größeren Anzahl von interessierten Eltern das HCA zu besuchen, was tagsüber - aus beruflichen Gründen - wohl nicht immer möglich ist. Neben den demografischen Faktoren spielt bei der „Hausmesse“ natürlich die Außenwirkung der Schule eine Rolle. Diese Veranstaltung ist eine Möglichkeit zu zeigen, was Positives am HCA passiert. Sulzbach-Rosenberg ist eben kein anonymer, städtischer Raum, sondern man kennt sich auch in den umliegenden Dörfern. Wenn also etwas „Gutes“ an der Schule passiert, dann erzählen sich die Leute davon.
LW: Gerade deswegen ist der „Abend der offenen Tür“ ja auch so wichtig und wir haben uns überlegt, dass es vielleicht besser wäre, verstärkt die Inhalte der IF-Gruppen vorzustellen - entscheidend ist doch, welche Zusatzangebote ein Gymnasium bietet – das hebt eine Schule doch von einer anderen ab. Die Musik wäre hier am HCA ja ein echtes Aushängeschild und dieser Bereich sollte, z.B. beim nächsten Abend der offenen Tür, enorm repräsentiert werden. Auch der Kurs „MathePlus“ von Herrn Schienle wäre ein echtes Vorzeigeprojekt!
LW: Also grundsätzlich finde ich das Angebot an Fahrten auch richtig gut, der ein oder andere Termin könnte vielleicht noch besser koordiniert bzw. in den Schulalltag integriert werden! Sinnvoll ist auch auf die verschiedenen Fördermöglichkeiten hinzuweisen, denn Eltern, die sich die Fahrt ihres Kindes nicht leisten können, haben die Möglichkeit, Unterstützung von verschiedenen Stellen zu erhalten. Auch die Möglichkeit des „Dableibens“ sollte angeboten werden! Das sollte dann auch von den Mitschülern toleriert werden und nicht zu sozialer Ausgrenzung führen.
LME: Ja, vor allem sich immer über das Pro und Kontra der ganzen Fahrten auszutauschen ist wichtig! Ich habe das jetzt selber bei der Fahrt nach Hastings erlebt und das war wirklich toll. Da man mit den andren Schülern und den Gasteltern wirklich fast nur Englisch gesprochen hat, bringt einem das schon was. Am Rande hab ich gehört, dass von Frau Ströhl Kontakt nach Irland aufgenommen wurde. Das fände ich auch eine gute Idee.

Vs: Themawechsel, was haltet ihr von „Lehrerklassenzimmern“?
TW: Prinzipiell ist es mir eigentlich egal, ob der Lehrer zu uns kommt oder wir zum Lehrer gehen. Wenn es dem Lehrer eine wirkliche Erleichterung bringt, bin ich natürlich dafür!
LW: Also für die Lehrer ist das auf jeden Fall sinnvoller und für die Schüler ist es ja auch wirklich kein Problem, das Klassenzimmer zu wechseln. Was mich aber ein wenig daran stört, ist die Tatsache, dass durch den Raumwechsel auch wieder viel Zeit verloren geht – da kann man auf das Konzept in Baden-Württemberg verweisen, wo zwischen den Stunden jeweils fünf Minuten Pause sind.

Vs: Könnt ihr uns noch etwas zu künftigen Schülersprecherwahlen sagen?
LME: Ja, wir haben uns eine Art „amerikanisches“ Wahlsystem überlegt, bei dem die Kandidaten den verschiedenen Klassen vorgestellt werden (keine Podiumsdiskussion bzw. die Kandidaten stellen sich keinen Fragen). Es sollen dabei immer jeweils zwei Jahrgangsstufen in die Aula (oder einen anderen, geeigneten Raum) eingeladen werden und alle Kandidaten können sich den Schülern kurz vorstellen, damit man auch eine Ahnung davon bekommt, wen man wählt. Bisher bekamen die Unterstufenschüler z.T. nur Namen vorgelegt - ohne die Leute zu kennen. Da ist es natürlich schwierig, diese Leute anzusprechen, wenn man Anregungen hat. Am Tag nach der Vorstellungsrunde würden wir dann in die einzelnen Klassen gehen und die Wahl durchführen.
Vs: Seht ihr weitere Vorteile dieses neuen Wahlsystems?
LW: Auf jeden Fall steigt dadurch die Akzeptanz der SMV, weil die Schülersprecher ja direkt von den Schülern gewählt wurden und sie deshalb eigentlich auch hinter ihnen stehen müssten – dementsprechend sollten die Schüler die Schülersprecher auch mit Anregungen „vollquatschen“. Bisher hatten wir auch das „Problem“, dass sich innerhalb der Klassensprecherkonferenz Gruppen gebildet und sich abgesprochen haben, getreu dem Motto „Der ist cool, den wählen wir jetzt dann!“ – völlig unabhängig davon, ob derjenige auch für das Amt geeignet ist. Derartiges Wahlverhalten würde durch das neue System wohl auch sehr stark eingeschränkt.
Tt: Ich glaube das ist wirklich ein guter Ansatzpunkt, da eben auch gerade die jüngsten Schüler neu an der Schule sind und oft zur Wahl bestimmter Kandidaten „beeinflusst“ werden.
Vs: Auch dass gleich zu Beginn des nächsten Schuljahres ein konkreter Ansprechpartner vorhanden ist, den man auch schon einmal gesehen hat, ist vorteilhaft. So muss man auch nicht mehr warten, bis die neuen Klassensprecher gewählt sind, die sich dann erst später wieder zur Klassensprecherversammlung treffen, wo dann der neue Schülersprecher gewählt wird. Außerdem wird dadurch die Übergabe der organisatorischen Aufgaben (z.B. Geld für Hausaufgabenhefte einsammeln bzw. verwalten) wesentlich leichter gestaltet.
LW: Neben diesen Vorteilen können die Schüler der fünften Klassen sich ja auch noch über die „Mini-SMV“ bereits im neuen Schuljahr einbringen und erhalten so die Möglichkeit, Einfluss zu nehmen. Der Überblick, z.B. bei der Wahl der Schülersprecher, ist ja dann noch nicht so vorhanden, aber sie wären dann ja bereits zu Beginn der sechsten Klasse bedeutend besser eingebunden.

Tt: Was kommt euch spontan noch in den Sinn, wenn ihr sagt „Das muss sich hier noch ändern!“?
Vs: Oder: „Das find‘ ich hier gut!“.
LW: Als positiv an unserer Schule ist generell zu sagen, dass es hier sehr viele gute Ansätze gibt, z.B. die Medienausstattung. Man merkt eben, dass das Budget, das zur Verfügung steht, auch gut genutzt wird. Im Allgemeinen sollten Verbesserungen aber stärker im Dialog zwischen den verschiedenen Parteien an unserer Schule gestaltet werden und die Kommunikation nicht nur in eine Richtung verlaufen.
TW: Die Fassadenfarbe…
Vs: Findest du gut oder muss sich ändern?
TW: Ändern…
Tt: Das wird aber von manchen Personen auch als Alleinstellungsmerkmal des HCA angesehen.
Vs: Ich find‘s gut!
TW: Mein Englischlehrer in Frankreich sagte: „It’s a rather original green…!“

(Herr Voss)
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