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Besuch der 9. Klassen im ehemaligen Konzentrationslager Flossenbürg
 
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„Was mache ich hier eigentlich? Zu wem bin ich nur geworden? Nein… zu was bin ich nur geworden?! So war ich doch früher nicht! Sie haben mich zu etwas gemacht, das ich nie sein wollte.
Diese Person, die ich jetzt bin, kommt mir so fremd vor…
Wie konnte ich meinen Freund, den ich durch diesen Alptraum kennengelernt habe, der aus demselben Land kommt wie ich, nur anlügen und ihm sagen, ich hätte nichts mehr zum Essen. Er hat gar nichts zu essen bekommen, weil er „arbeiten“ musste. Und was mache ich? Ich, als sogenannter Freund, hab ihn tatsächlich wegen einem Laib Brot angelogen. Aber ich habe so ungeheuren Hunger…
Wie konnte es nur so weit kommen? Womit haben wir das Alles nur verdient?
Ich halte da es nicht mehr lange durch… Sie haben mich zu einem eiskalten Monster gemacht. Und hier bin ich nun. Wie soll ich meinem Freund nur je wieder unter die Augen treten?“
40 Jahre später…
Ein Mann redet über seine Zeit im KZ in Flossenbürg. Bis heute trägt er diese Schuld mit sich herum. Er kann immer noch nicht glauben, was diese Zeit mit ihm gemacht hat.

Mir persönlich ist die Ankunft der Häftlinge stark im Gedächtnis geblieben. Sie sind mit Zügen nach Flossenbürg gefahren worden. Manche mussten einige Tage fahren, andere aber auch Wochen. Als sie dann in Flossenbürg angekommen waren, sollten sie erst einmal ins Konzentrationslager marschieren und die Toten, die bereits wegen Krankheiten, Hunger oder Kälte im Zug umgekommen waren, mitnehmen.
Dort wurden sie auf dem Appellplatz versammelt und die SS-Männer schrieben ihre Namen und ihren Herkunftsort auf. Jeder Häftling musste persönliche Erinnerungen wie Bilder, Briefe, Schmuck, usw. abgeben und alles ausziehen. Anschließend wurden ihnen Nummern zugewiesen und sie mussten zum Friseur hinuntergehen. Da die Rasierklingen irgendwann mal stumpf waren, mussten die Friseure mehrmals zum Rasieren drüber gehen und entfernten nicht nur Haare, sondern auch Haut.
Dann wurden sie in den Waschraum geführt. Man kann es nicht einmal als Duschen bezeichnen, denn es gab eiskaltes oder sehr heißes Wasser im Wechsel. Es war kein Duschen mehr. Es waren Qualen.
Alle sahen gleich aus. Niemand hatte etwas, worin er sich von den anderen unterscheiden konnte, und dazu wurde ihnen die Würde genommen.
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