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Plötzlich behindert
 
Am eigenen Leib erfuhren Schüler am HCA, wie ein Leben mit Behinderungen sein kann.
Am HCA-Gymnasium durften Schüler der 9. Und 10. Klassen Alterssimulationsanzüge im Rahmen des Religionsunterrichts ausprobieren. StRin Marianne Moosburger hatte sie in Amberg beim Bayrischen Roten Kreuz besorgt und eine Unterrichtsstunde lang konnten sich Schüler ein wenig in die Welt von Behinderten versetzen. So lernten sie auch durch eigenes Erfahren, mehr Verständnis für manches Handicap zu haben.

Die Bleiwesten, Knie- und Armversteifungen, die Arm- und Beingewichte ließen die Schüler bald und zeitlich zunehmend erfahren, welche physische Last hier Tag ein Tag aus oft getragen wird und wie diese Behinderungen den Alltag doch erheblich einschränken. Unkontrollierte Bewegungen und Resignation machten sich schnell bei den Trägern breit. Nach nicht allzu langer Dauer schmerzten Rücken, Arme und Beine und man war froh, die Lasten wider ablegen zu können.
Die Schüler begriffen auch gut, die daraus resultierenden psychischen Probleme der Personen selber und auch der Mitmenschen. Das Einschränken der Sicht durch eine Spezialbrille oder gar eine Augenbinde führte schnell zu Orientierungslosigkeit und Erstarren in den Bewegungen.

Am schlimmsten empfunden wurde das Gehen mit kleinen Steinen in den Socken und schweren orthopädischen Filzhauschuhen. Schnell verloren sie damit die Lust am Gehen und jeder Bewegung.

Die Lehrkraft hatte auch noch „Mäusespeck“ und Salzstangen mitgebracht. Mit dem Speck auf der Zunge oder einem Stück der Salzstange zwischen den Zähnen sollten die Schüler mit ihren Nachbarn kommunizieren. Es dauerte nicht lange, da wurde resigniert festgestellt, wie mühselig jedes Sprechen und Verstehen wurde und wie umständlich es ist, wenn man vor allem bestimmte unverständliche Zisch-Laute vermeiden wolle.

Gemeinsam erarbeitete man als Resultat der Erfahrungen einen rechten Umgang mit Behinderten oder älteren Menschen. Dass diese ehrlich ernst zu nehmen seien, war unisono die Meinung der Jugendlichen. Wirklich interessiert nachfragen, wurde ebenso gefordert. Keinesfalls sollte Mitleid geheuchelt werden oder gar Unverständnis, wurde betont. Eine höfliche Frage, ob und wie man helfen könne, sei zudem oftmals angebracht, wie generell Rücksicht und eine liebevolle und geduldige Zuwendung.
(Frau Moosburger)
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