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Der Präsident der TU München Prof. Dr. Dr. Wolfgang Herrmann zu Gast am HCA-Gymnasium
 
Am Freitag, den 26. Februar 2016, hatten die Schüler der Q11 und der Q12 des HCA-Gymnasiums die Gelegenheit mehr über die TU München zu erfahren – und das nicht von irgendwem, sondern persönlich vom Präsidenten der einzigen Universität Bayerns, die den Titel „technische Universität“ führen darf. Einige einleitende Worte von Schulleiter Dieter Meyer lieferten die passenden Hintergrundinformationen für den Vortrag. Die technische Universität München wurde im Jahr 1868 von König Ludwig II gegründet, der laut OStD Meyer trotz seinem Hang zu Märchenschlössern auch wichtige Investitionen in die Bildung gerade in Bezug auf die Technik tätigte und somit den Kanon der Wissenschaften um die Naturwissenschaften erweiterte. Anschließend stellte er Prof. Dr. Dr. Herrmann vor, der nach seinem Chemiestudium in nur zwei Jahren promovierte und wenige Jahre später seine Habilitation mit seinem ersten Lehrstuhl in Regensburg vervollständigte. Mit der Bitte, Begriffe, unter denen nur wenige sich etwas vorstellen können, wie etwa Exzellenzuniversität, Gründeruniversität und School of Education zu erläutern, übergab er dann das Wort an den TU-Präsidenten.
Prof. Wolfgang Herrmann vervollständigte seine Vorstellung mit der Betonung seiner Wurzeln in der Oberpfalz – genauer gesagt in Hahnbach. Von dort stammt auch seine „Lieblingscousine“ Marianne Moosburger, die der Grund ist, warum sich den Schülern des HCA-Gymnasiums diese einmalige Gelegenheit des Vortrags bot. Nach seiner Zeit hier, die in seiner Erinnerung hauptsächlich mit Traktorfahrten und Orgelspiel konnotiert ist, hatte er inzwischen mit seinem Fachschwerpunkt anorganische Chemie neben Regensburg unter anderem Lehrstühle in Frankfurt und auch in Amerika inne. Bevor er den fachlich interessanten Teil seines Vortrages startete, hob er hervor, dass er keinesfalls ein Ob, ein Was oder ein Wo bezüglich eines Studiums in seinem Vortrag beantworten möchte, sondern, dass er lediglich darzustellen versuchen möchte, was die TU München ausmacht. Als entscheidende Voraussetzungen für ein erfolgreiches Studium an der TU nannte Professor Herrmann immer wieder die „Begeisterung für das Fach“, den „Fleiß“ und die „Mathematik“, wobei letztere keinen Hinderungsgrund darstellen solle, solange die beiden ersten Komponenten hinreichend erfüllt sind.
Den fachlichen Teil seines Vortrages begann er mit dem Satz „Die Besten von euch müssen Lehrer werden.“ Damit stellte er die Bedeutung der Lehrer an den Schulen und Universitäten heraus, denen in der heutigen Gesellschaft als „Multiplikatoren des Wissens“ eine ganz besondere Rolle zukommt. In diesem Zusammenhang erwähnte er auch die Lehramtsstudiengänge für MINT-Fächer an der TU München. Um einen Eindruck des Portfolios und der enormen Breite des Angebots der TU zu vermitteln, griff er einige exemplarische Projekte auf. Hinter GOCE verbirgt sich beispielsweise ein Satellitenprojekt, welches mithilfe von mehr als 800 Millionen Messdaten und etwa 75000 Parametern die Gravitationskonstante bis auf sechs Dezimalstellen genau bestimmen soll. Des Weiteren ist in einem der Krankenhäuser, die zur TU München gehören, - im Rechts-der-Isar – nach einer mehr als 26 Stunden dauernden Operation und unter Beteiligung von 40 Medizinern die erste doppelte Armtransplantation der Welt gelungen. Ebenfalls auf dem medizinischen Sektor wurde ein russisches Baby mit einem angeborenen Herzfehler durch eine Bypass-Operation gerettet, bei der zur Operation am Herz, das nicht größer als eine Walnuss war, Nadel und Fäden zum Einsatz kamen, die den Durchmesser eines menschlichen Haares nicht überschritten. Zudem führte er das Thema Elektromobilität an, bei dem während der Entwicklung des eigenen E-Autos MUTE parallel über 300 Studenten und 60 Doktoranten sowie 21 Lehrstühle an 8 Fakultäten beteiligt waren. Nicht nur mit diesem Beispiel machte Professor Herrmann deutlich, dass an der TU großer Wert auf interdisziplinäre Zusammenarbeit gelegt wird.
Im nächsten Abschnitt seines Vortrages erfuhren die Schüler einige Eckdaten zur TU München und bekamen Infos zu den verschiedenen Standorten der Universität. So verteilen sich auf die 165 Studiengänge, die von einer international seltenen Fächerbreite zeugen, über 39000 Studenten. Außerdem sind aus der TU München bereits 13 Nobelpreisträger sowie diverse Preisträger anderer international bedeutender Preise hervorgegangen. Jährlich werden über 1000 Forschungsverträge mit der Wirtschaft vereinbart, wobei stets die TU die konkreten Forschungsziele vorgibt. Dabei beläuft sich das Budget der Universität auf 1,2 Milliarden Euro im Jahr.
Die TUM, wie die TU München oft abgekürzt wird, verteilt sich dabei in Deutschland auf vier Standorte: den Hauptstandort München, das Forschungszentrum Garching mit seinem Hightech-Campus, Weihenstephan in Freising und das Wissenschaftszentrum Straubing. Im Anschluss versuchte Prof. Wolfgang Herrmann einen Überblick über die einzelnen Standorte mittels Impressionen zu geben.
Auf dem Campus München befindet sich neben alt eingesessenen Fakultäten wie der Fakultät für Informationstechnik, die als die beste Deutschlands gilt, auch etwa die TUM School of Education an der das Studium der MINT Fächer sowie Sport jeweils auf Lehramt möglich ist. Der Hightech Campus Garching beherbergt die Naturwissenschaften wie Chemie, Physik und Informatik – jeweils verbunden mit den entsprechenden Forschungseinrichtungen wie einem Schwerionenbeschleuniger oder einem fünf Petaflops schnellen Hochleistungsrechner. Der TUM Campus Weihenstephan beherbergt das Wissenschaftszentrum für Ernährung, Landnutzung und Umwelt und macht mit seinem Studiengang zum Brauingenieur die TU zur einzigen Universität der Welt mit eigener Brauerei. Der Campus im Olympiapark befindet sich derzeit im Umbau und ist der Sitz der Gesundheitswissenschaften sowie der Studiengänge rund um den Sport. Das Uniklinikum Rechts-der-Isar sowie das deutsche Herzzentrum München sind die Ausbildungsstätten der Mediziner.
Nach einem kurzen Überblick über die 40 internationalen Partner der TU München sowie den großen Zweitstandort TUM Asia in Singapur folgte abschließend eine Erläuterung zur Aufteilung der Studiengänge in Bachelor und Master sowie die Wertigkeit der jeweiligen Abschlüsse.

Im Anschluss an den Vortrag stand sowohl Herr Prof. Dr. Dr. Herrmann als auch die Leiterin der Studienberatungsabteilung der TU München Frau Kick für Fragen zur Verfügung. Selbst nach Ende der Diskussion im Plenum ließ Frau Kick bereitwillig die diversen Fragen der Schülerinnen und Schüler über sich ergehen und sorgte damit im Einklang mit dem vorausgegangenen Vortrag für eine rundum informative und hilfreiche Veranstaltung zur Studienwahl am HCA-Gymnasium, die aufgrund des hochkarätigen Gastes ihresgleichen suchen dürfte.


von Lukas Wagner, Q12
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