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Zeitzeuge Max Glauben zu Gast am HCA-Gymnasium
 
Geschichte lebendig und eindrucksvoll berichtet

Mit dem Geschichtsunterricht wird wohl jeder sehr unterschiedliche Erfahrungen gemacht haben. Manche denken mit gemischten Gefühlen daran zurück, andere werden es wohl interessant gefunden haben. Ein Grund Geschichte interessant zu finden, ist wohl einen historischen Bezug zur eigenen Heimat zu finden. Was für ein Glücksfall ist es dann, wenn man Zeitzeugen findet die sich bereit erklären, vor jungen Menschen über eine Zeit zu sprechen, die viel Leid über sie gebracht hat. Diese Woche war es Oberstudienrat Nerb in Zusammenarbeit mit der Gedenkstätte Flossenbürg gelungen, einen Überlebenden für einen Vortrag über den Holocaust zu gewinnen.

Max Glauben, der nun schon wiederholt vor Schüler der Oberstufe des HCA-Gymnasiums sprechen konnte, verstand es die jugendliche Zuhörerschaft in seinen Bann zu ziehen. Der vitale 89-jährige berichtete dazu aus der Sicht des „kleinen Mannes“ der mit den Wirren der Zeit zu kämpfen hatte über seine Jugend im heutigen Polen, dem Beginn des Zweiten Weltkriegs bis hin zur Deportation und Zwangsarbeit in mehreren deutschen Konzentrations-lagern.

Nach der Errichtung des Ghettos in Warschau schien die Familie Glaube zunächst Glück zu haben, denn sie konnte in ihrer angestammten Wohnung bleiben. Jedoch wurden die Lebensbedingungen der auf engstem Raum zusammengepferchten Menschen bald mehr als katastrophal. Zehntausende starben an Hunger und Krankheit oder fielen dem Terror der Besatzer zum Opfer. Nur durch das Schmuggeln von Lebensmittel unter Lebensgefahr konnte der damals Zwölfjährige seine Familie mit am Leben erhalten. Max und seine Familie überlebten auch den Aufstand im Warschauer Ghetto und wurden in Viehwaggons Richtung Ausschwitz transportiert. Die Odyssee geht jedoch weiter nach Majdanek, wo die Familie getrennt wird; Max und sein Vater werden in ein Außenlager von Majdanek gebracht, wo der Vater stirbt. Schon im August 1944 überstellt die SS Max Glauben an das KZ Flossenbürg, wo er für die Firma Messerschmitt Flugzeugteile für das Jagdflugzeug ME 109 fertigen muss. Im April 1945, als das KZ Flossenbürg vor den nahenden Amerikanern evakuiert werden soll, wird Max Glauben in der Nähe von Schwarzenfeld befreit.
Gesundheitlich wiederhergestellt, wandert Max Glauben als Waise 1947 in die Vereinigten Staaten von Amerika ein, heiratet und gründet eine Familie mit drei Kindern. Seit einiger Zeit stellt er sich in den Dienst des Dallas Holocaust Museums für das er Interessierten über diese Zeit berichtet.

Seiner Ansicht nach ist es für die junge Generation unbedingt notwendig, sich kritisch mit menschenverachtenden Regimen auseinander zu setzen und die Entscheidungen kritisch abzuwägen. Max Glauben gelang so den Schülern anhand vieler Einzelgeschichten diese schweren Jahre so anschaulich zu präsentieren, wie es wohl selbst das beste Schulbuch nicht vermag. So ist es auch nicht verwunderlich, dass die Zeit mit Max Glauben und seinem Sohn wie im Flug verging.

(Herr Nerb)
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