Zurück
Schulgeschichte

Das HCA-Gymnasium ist in seiner jetzigen Form noch eine sehr junge Schule. Jedoch lässt sich seine Geschichte als "höhere Schule" in der Stadt Sulzbach über verschiedene Vorläufer-Institutionen bis ins Jahr 1906 zurückverfolgen.

StD i.R. Manfred Lotterschmid, Mitarbeiter in der Schulleitung bis 2002, hat die "hundertjährige" Geschichte unserer Schule recherchiert und uns eine Kurzfassung seines Forschungsberichts zur Verfügung gestellt.

Kurzfassung des Forschungsberichts von StD i.R. Manfred Lotterschmid

Das Herzog-Christian-August-Gymnasium ist das einzige Gymnasium im Landkreis Amberg-Sulzbach außerhalb der Stadt Amberg. Seine Geschichte geht - in mehreren Stufen - zurück auf die Gründung einer "Evangelischen Höheren Töchterschule" in Sulzbach vor 100 Jahren.

Aus Anlass dieses "indirekten Jubiläums" hat StD i.R. Manfred Lotterschmid, langjährige Lehrkraft und bis 2002 Mitarbeiter im Direktorat unserer Schule, einen kleinen Rückblick auf 100 Jahre Schulgeschichte verfasst, die im nächsten Jahresbericht veröffentlicht werden soll. Der folgende Text ist eine Kurzfassung dieser Arbeit.

1906 - Evangelische Höhere Töchterschule in Sulzbach i.d.Oberpfalz

Die Geschichte des Herzog-Christian-August-Gymnasiums beginnt mit einer höheren Töchterschule.

Die höheren Töchterschulen entstanden im 19.Jahrhundert, um Mädchen aus dem wohlhabenden Bürgertum eine Allgemeinbildung zu vermitteln, die über das sechsklassige Volksschulniveau hinausging, und sie zu befähigen, einem Haushalt mit Kindern und Dienstpersonal vorzustehen, ihrem Mann eine interessierte Partnerin zu sein und Repräsentationspflichten bei Einladungen u.ä. besser zu bewältigen. An eine Vorbereitung auf einen Beruf war am Anfang nicht gedacht.

Erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts rückte dieser Aspekt verstärkt in den Vordergrund, weil die zunehmende Auflösung der Großfamilie infolge der industriellen Entwicklung eine Mitversorgung unverheirateter Familienmitglieder immer schwieriger machte. Dabei dachte man in erster Linie an Berufe, für die man Frauen als vorrangig geeignet ansah, wie z.B. die Grundschullehrerin, die Krankenschwester oder die Schneiderin. Zu dieser Zeit allerdings verlangten die Vorkämpferinnen der bürgerlichen Frauenbewegung bereits die Öffnung der Gymnasien für Mädchen und den Zugang zur Universität.

Die Initiative für eine höhere Schule in Sulzbach i.d.Oberpfalz, einer provinziellen Kleinstadt mit damals etwa 6000 Einwohnern, ging vom zweiten evangelischen Stadtpfarrer und Stadtprediger Dr.Richard Pfeiffer aus. Er hatte es als Mangel empfunden, dass es in der ganzen mittleren Oberpfalz keine höhere Schule für evangelische Mädchen gab, während für Jungen eine dreiklassige städtische Realschule vorhanden war. Seinem Vorhaben kam das Mäzenatentum eines wohlhabenden Sulzbacher Bürgers entgegen, der Grundstück und Schulhaus in der Neustadt stiftete. Das Schulgebäude hat sich bis heute als Wohnhaus erhalten. Finanziell getragen wurde die Schule vom kurz vorher gegründeten "Evangelischen Töchterschulverein für die Oberpfalz" und vom Schulgeld der Schülerinnen.

Am 17.9.1906 wurde die "Evangelische Höhere Töchterschule in Sulzbach i.d.Oberpfalz" zunächst mit einer Klasse und 18 Schülerinnen eröffnet. Die Aufnahme nach einer Aufnahmeprüfung setzte einen mindestens sechsjährigen Volksschulbesuch voraus. Da man auf auswärtige Schülerinnen angewiesen war, war von Anfang an ein kleines privates Schülerheim mit der Schule verbunden, das sich später vergrößerte und bis zum Ende der Mädchenschule bestand.

1911 - Evangelische Höhere Mädchenschule

Obwohl die Schule 1909 bereits vierklassig war, stellten sich bald Finanzierungsprobleme ein, welche die Anstalt nahezu 50 Jahre begleiten sollten. Beheben sollte sie 1911 die Erweiterung der "Evangelischen Höheren Mädchenschule in Sulzbach i.d.Oberpfalz" - wie sie jetzt heißt - auf sechs Klassen. Bis 1919 stieg nun die Schülerinnenzahl auf fast 90 an, was eine Ausweitung der Schule auf das nebenliegende Männerbundhaus nötig machte.

1925 - Evangelisches Mädchenlyzeum

Mit Beginn des Schuljahres 1925/26 wurde die Bezeichnung der Schule in "Evangelisches Mädchenlyzeum in Sulzbach i.d. Oberpfalz" geändert, weil man sich nicht für die praktische, sondern für die wissenschaftliche Ausbildungsrichtung entschieden und eine zentral gestellte Abschlussprüfung eingeführt hatte.

Eine neue Finanzkrise infolge der Inflation kann ein Staatszuschuss auffangen, in der Weltwirtschaftskrise leistet das inzwischen größte Eisen- und Stahlwerk in Bayern, die Maxhütte im benachbarten Rosenberg, Finanzhilfe. Der Inflation fiel die städtische Realschule für Knaben zum Opfer, was sich später für das Mädchenlyzeum als segensreich erweisen sollte.

1933 - Städtische sechsklassige Oberschule für Mädchen

1938 - Städtische sechsklassige Oberschule für Jungen und Mädchen

Die Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 in Deutschland änderte auch die Bedingungen für die Sulzbacher Schule entscheidend, da der NS-Staat das gesamte Bildungswesen geistig und organisatorisch gleichschalten und nur noch bekenntnisunabhängige Gemeinschaftsschulen dulden wollte. Außerdem drohte der Schule seit 1933 die Streichung der Staatszuschüsse, da sie nicht die nötige Schülerinnenzahl von mindestens 90 hatte. Deshalb strebte der Schulleiter seit 1937 die Überführung der Schule in städtische Trägerschaft an, die mit dem Schuljahr 1938/39 trotz Bedenken kirchlicher Vertreter vollzogen wurde. Damit verlor die Schule ihren konfessionellen Charakter, der aber auch früher nicht die Aufnahme katholischer und jüdischer Schülerinnen verhindert hatte. Noch im selben Jahr wird die Schule für Jungen geöffnet und der Name "Städtische sechsklassige Oberschule für Mädchen" geändert in "für Jungen und Mädchen". Mit der Übernahme der Schule durch die Stadt scheint ihre Existenz gesichert, jedoch stellt sich zunehmend Raumnot ein. Teilauslagerungen in andere Gebäude mussten bis zur Schließung der Schule Ende 1944 helfen.

1946 - Neubeginn als Städtische Realschule Sulzbach-Rosenberg

Zum Glück überstand Sulzbach-Rosenberg - seit 1934 eine Doppelstadt - den Krieg ohne größere Gebäudeschäden. Die zahlreichen Heimatvertriebenen v.a. aus Schlesien und dem Sudetenland hatten ein Anwachsen der Stadtbevölkerung gegenüber dem Vorkriegsstand von über 55% erbracht. Jedoch stand die Existenz der Schule wieder auf der Kippe, da es wegen der Kriegsverluste und der Entlassungswelle für NS-Belastete im Staatsdienst kaum Lehrer gab und die Stadt kein Geld hatte.

Trotzdem wagte man im Mai 1946 den Neubeginn. Da die vorhandenen Räumlichkeiten zunehmend nicht mehr genügten, musste man immer mehr Teilauslagerungen in nahe gelegene öffentliche Gebäude vornehmen. Man hoffte für die Schule, die sich bald "Städtische Realschule" nannte, in absehbarer Zeit die Verstaatlichung zu erreichen, wozu aber von München erst nach langem Zögern ab 1951 erste positive Zeichen kamen. Daraufhin beschloss der Stadtrat, das ehemalige Kreishaus der NS-Kreisleitung an der Neumarkter Straße zum neuen Schulhaus umzubauen. 1954 wurde das Gebäude der Schule übergeben.

1955 - Städtische (seit 1957 Staatliche) Oberrealschule Sulzbach-Rosenberg

Nächstes Ziel der Schulleitung und der Elternschaft war die Aufstockung der Realschule zur Oberrealschule, was auch der Stadtrat begrüßte. Diese wurde im Juli 1955 vom Kultusministerium in München genehmigt, 1957 folgte, nachdem die Schule räumlich erweitert worden war, die Verstaatlichung. Damit war die Existenz der "Oberrealschule Sulzbach-Rosenberg" endgültig gesichert. Der erste Abiturjahrgang mit 9 Schülerinnen u. Schülern wurde am Ende des Schuljahres 1956/57 entlassen.

1965 - Gymnasium Sulzbach-Rosenberg

Die ständig anwachsende Schülerzahl in den 60er Jahren machte aber einen Neubau unumgänglich, da das bisherige Schulhaus bald wieder aus allen Nähten platzte. Nahe der Oberrealschule hatte die Stadt in der Blumenau ein Grundstück für eine Turnhalle und Außensportanlagen erworben, auf dem bei geschickter Planung auch noch ein Schulhaus untergebracht werden konnte. Dies war um so nötiger, weil im Schuljahr 1964/65 die bisher mathematisch-naturwissenschaftliche Oberrealschule um einen neusprachlichen Zweig erweitert wurde. Wie die anderen höheren Schulen in Bayern mit Abiturberechtigung trägt die Schule seit Mai 1965 den Namen "Gymnasium".

1969 - Neubau

Ebenfalls im Mai vier Jahre später konnte der Neubau in der Blumenau bezogen werden. Die Schule hatte inzwischen 435 Schüler, davon 138 Mädchen, 21 haupt- und 9 nebenamtliche Lehrkräfte.

Mit der Landkreisreform 1972 wurde die Schule das einzige staatliche Gymnasium des neuen Großlandkreises Amberg-Sulzbach. Die ständig steigende Schülerzahl zwang schon bald wieder, an eine Erweiterung zu denken. Diese erfolgte jedoch erst 1987 mit einem Anbau, der auch die neue Doppelturnhalle beherbergt, und noch einmal 2001 mit einer Erweiterung des Anbaus.

seit 1985 - Herzog-Christian-August-Gymnasium Sulzbach-Rosenberg

Kurz vorher hatten sich Schule, Stadt und Landkreis auch auf einen Schulnamen geeinigt: Man wählte den bedeutendsten Herrscher des seit 1656 souveränen Fürstentums Pfalz-Sulzbach Herzog Christian-August, der durch seine Religionspolitik im Zeichen der Toleranz und durch seinen Musenhof mit bedeutenden Gelehrten des 17.Jahrhunderts seiner Zeit voraus war.

1987 - Anbau mit Doppelturnhalle

2001 - zweiter Anbau

2006 - Das HCA-Gymnasium heute

Mit 776 Schülerinnen und Schülern steht das HCA-Gymnasium heute gefestigt in der Oberpfälzer Schullandschaft und wirkt mit vielfältigen Aktivitäten nach außen. Das Profil der Schule prägen in besonderer Weise die Austausch-Partnerschaften mit Schulen in Frankreich und der Tschechischen Republik, die wiederholten Erfolge der Schulmannschaften insbesondere in den Sportarten Handball und Volleyball, (das HCA-Gymnasium ist Stützpunktschule für Volleyball im Rahmen des Kooperationsmodells "Schule und Verein") und - am "spektakulärsten" im wahrsten Sinn des Wortes - die Schulspielgruppe unter der Leitung von StD Winfried Steinl, die bayern- und deutschlandweit beste Reputation genießt und den Namen Sulzbachs und unserer Schule auf zahlreichen Schultheatertreffen und -wettbewerben bestens vertritt.

CMS-Version 3.4.4 - Webdesign-Gruppe des HCA und Herr Schraml
Valid HTML 4.01 Transitional   CSS ist valide!